Wintertreffen 2018

Am 21.01.2018 fand im "Europäischen Fachzentrum Moor und Klima", in Wagenfeld-Ströhen, das Wintertreffen der Regionalgruppe Nord-West statt. Da man nie weiß, wie das Wetter um diese Jahreszeit so mitspielt, war ein Fachvortrag von Jan Terling in den Tagungsräumen des Fachzentrums organisiert. Rudi Gosmann begrüßte die 35 Teilnehmer und bat sogleich um eine Schweigeminute für unseren langjährigen und aktiven Mitstreiter Heinrich Bollhorst, der leider vor 14 Tagen verstarb.

Danach begann Herr Terling seinen Dia-Vortrag, der u.a. sehr altes Bildmaterial enthielt, auf dem zu erkennen war, dass die Geschichte der Diepholzer Moorschnucke weit zurückreicht. Kaum zu glauben, dass schon die Kreuzritter ihre Gewänder aus der Wolle der Moorschnucke herstellen ließen, da diese Wolle als Kälteschutz besser geeignet war als Baumwolle. Jan Terling erläuterte in sehr interessanter Weise den hohen Nutzungsgrad der Moorschnucke, der sich nicht nur auf die Wolle, sondern auch auf das sehr delikate Fleisch und sogar die Seifenherstellung erstreckt. Und auch als Düngerlieferant wurde die Moorschnucke geschätzt! Zu damaliger Zeit wurde die Moorschnucke ausschließlich durch Beweidung im Moor und den Heideflächen ernährt, da die Herde morgens vom Schäfer auf die Flächen getrieben wurden und abends zurück in den Stall, wo sie die Nacht zur reinen Nachtruhe ohne Beifütterung verbrachten. Somit waren sie auch gleichzeitig vor dem Wolf geschützt, der in der Nacht keinen Zugriff hatte und am Tage vom Schäfer und seinen Hunden von der Herde abgehalten wurde. Dieses war nur ein Beispiel von Vielen, anhand dessen Herr Terling die Entwicklung der Schafhaltung von früher bis zum heutigen Zeitpunkt erläuterte. Er ging auch intensiv auf das Zusammenspiel der Natur mit der so auf diese Gegend speziell geeignete Schafrasse "Diepholzer Moorschnucke" ein, sodass Jedem schnell klar wurde, wie wichtig der Erhalt dieser Spezies ist! Nach knapp 1 Stunde endete der Vortrag, und es durften und wurden auch noch reichlich Fragen an Herrn Terling gestellt. Beim anschließenden Kaffeetrinken wurden noch rege Gespräche geführt.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei Jan Terling, der sich diesen Nachmittag für uns freihielt, um ihn mit einem sehr interessanten Bericht zu bereichern!